Die Sommerinterviews (Teil 1)

Heute zu Gast: Abenteurer, Fußballer, Autor, Sänger und Querulant Teddy Krzysteczko.

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Pompa udara dari panggangan

Ich aß Qabuli Pulau in Afghanistan, da kommt für mich sonst fast gar nichts ran.

In Belgien gab es Moules Frites, da kommt der Magen richtig in Tritt.

In Ägypten hatte ich Muchtul, danach dann ganz schlimmen Mundstuhl.

Ich aß auch mal Rebl in Liechtenstein, dem Koch trat ich feste ans Schienenbein.

Auf Zypern gab es dann Kleftiko, zwei Tage kam ich danach nicht mehr vom Klo.

In Dänemark fettiges Äskestflesk, nur leider war mir danach ganz schlecht.

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Alles aus der Fleischtheke

Worauf hast Du Lust? Diese blöde Frage. Nicht an sich blöde, an sich ist die Frage natürlich schon OK, aber ich hatte ihr ja schon unzählige Male gesagt, worauf ich Lust hatte. Muscheln. Ich wollte Muscheln. Sonst nichts. Muscheln – das war ja nur noch eine verblasste Erinnerung aus vergangenen Zeiten. Aber nein, wir manövrierten uns stattdessen in die Pommesbude. Was für ein Ort. Da kann man doch weder vernünftig essen noch ein Gespräch führen. Höchstens miteinander labern, das kann man da machen. Aber als Mittvierziger weiß ich, wie man sich rächt. Beim nächsten Mal nehme ich sie mit in dieses Mittelalterrestaurant, dann gibt’s Most und Dörrfleisch aus Montana. Vielleicht kommt auch noch eine Gruppe schlechter Musiker aus Berlin, die ihr auf der Melodica ein Ständchen bringen. Was fand ich nur an ihr? Früher war sie mal ne Mördersumse, vielleicht wars das. Da war sie auch immer megagutgelaunt. Heute sind das ja eher so Agony Sounds, wenn sie anfängt zu reden. Mann, wie sind wir denn so abgestürzt? Während ich so darüber nachdenke, beiße ich auf ein Stück Aluminium aus der Pommesverpackung. Alter, das geht durch Markt und Bein, wenn man noch Almagam aus den 90ern in den Zähnen hat. Ich fürchte, ich ernähre mich viel zu ungesund, ich sollte wieder ein Esslogbuch führen, um das besser nachvollziehen zu können. Angst vorm Zunehmen habe ich aber nicht, Angst vor der Angst vorm Zunehmen aber manchmal schon. Angstangst sozusagen, wobei der Astralkörper schon lange nicht mehr da ist. Zu viel Hüftgold ist da gewachsen in letzter Zeit. Hüftgold klingt so nett, das klingt so gemütlich, sie sagt deshalb lieber Arschkrapfen dazu, um mich zu ärgern. Was ist das eigentlich für ein Leben? Am Ende ist es aber in Ordnung, am Ende geht es mir ja auch nicht anders als den anderen, am Ende stehen wir alle allein gegen die Welt.

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Backup-Folge

Esel und Teddy hatten mal eine gute Idee. Die haben sie in eine Schachtel gepackt, haben die Schachtel in Folie eingeschweißt, damit sie wasserdicht ist, und dann haben sie sie ganz tief vergraben. Unter einem Zitronenbäumchen am Hang und sie haben das Bäumchen mit einem X markiert. Die Idee war nämlich so gut, dass sie sie nicht gleich verbrauchen wollten, sie wollten sie sicher verwahren, an einem Ort, den nur sie kennen. Um sie dann irgendwann einmal auszugraben, wenn die Zeit dafür reif sein würde, wenn die Zeit gekommen wäre für diese gute Idee. Denn zu dem Zeitpunkt, als ihnen die Idee kam, war die Zeit noch nicht richtig. Aber die beiden wussten, eines Tages werden sie sie brauchen, diese gute Idee. „Ideen kann man viele haben“, hatte Teddy immer gesagt, „aber so eine gute Idee, die hat man vielleicht nur einmal im Leben.“ Also haben die beiden sie verbuddelt, mit einer Schippe, die Esel gegen seine alte Angel eingetauscht hatte. Er hatte nämlich noch eine zweite, bessere Angel.

Viele Jahre später hatten sie keine guten Ideen mehr und sie waren verzweifelt. „Wenn wir doch nur eine gute Idee hätten!“, seufzte Esel. Da fiel ihnen die Schachtel wieder ein und sie liefen sofort zum Hang, wo das Zitronenbäumchen stand. Aber der Baum war nicht mehr da. Kein Zitronenbäumchen und kein X und keine Schachtel. Die Enttäuschung war riesengroß. Da kam der Löwe und sah die beiden und fragte, was denn los sei. „Habt Ihr denn nur diese eine gute Idee? Sonst gar keine?“ Teddy sagte: „Wir haben sonst nur schlechte Ideen, die liegen alle durcheinander auf dem Dachboden.“ Da lachte der Löwe. „Dann nehmt doch die, nehmt sie alle durcheinander. Auch wenn das keinen Sinn ergibt, es ist immer noch besser als gar keine Idee.“

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EM-Spezial 2020: England gegen Deutschland

Ein landestypisches Gesicht

The “Black Joke” had long devastated the country. No humour had ever been so fatal, or so hideous. Shrill Laughter was its Avatar and its seal — the redness and the horror of laughter. There were sharp screams, and sudden funnyness, and then profuse laughter at the pores, with dissolution. The blood-streaked veins upon the body and especially upon the face of the victim, were the pest ban which shut him out from the aid and from the sympathy of his fellow-men. And the whole seizure, progress and termination of the joke, were the incidents of half an hour. This conspicuousness became widely known as the English face.

Aus „The English Face“ von Edgar Allan Poe

Der „Schwarze Scherz“ hatte das Land längst verwüstet. Kein Humor war jemals so tödlich oder so abscheulich gewesen. Das schrille Lachen war sein Avatar und sein Siegel – die Röte und der Schrecken des Lachens. Es gab scharfe Schreie und plötzlich Komik, und dann überschwängliches Lachen aus allen Poren, mit Auflösung. Die blutüberströmten Adern auf dem Körper und besonders auf dem Gesicht des Opfers waren der Bann, der ihn von der Hilfe und vom Mitgefühl seiner Mitmenschen ausschloss. Und der ganze Anfall, der Verlauf und die Beendigung des Scherzes, waren die Ereignisse einer halben Stunde. Diese Auffälligkeit wurde weitläufig als das englische Gesicht bekannt.

Deutsche Übersetzung 

Ratemusik: The Mini Vandals – Ella Vader

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