Auf dem Bürgersteig vor 3 Savile Row (leider nicht)

Zwanzig Jahre. Zwanzig Jahre habe ich gewartet.

Damals hat es irgendwann einfach nicht mehr gepasst. Jeder ist seinen Weg gegangen. Und wahrscheinlich haben beide lange geglaubt, dass es besser so war.

Ich stehe in den vordersten Reihen, ziemlich weit links, aber nah genug dran.

Jetzt kommen sie Arm in Arm auf die Bühne, ein bisschen unbeholfen vielleicht, aber sie müssen ja erst wieder herausfinden, wie das geht. Eigentlich tun sie gar nichts Besonderes. Es reicht schon, dass sie da sind. Zusammen. Und plötzlich sieht alles so einfach aus.

Als hätten sie sich all die Jahre vermisst. Als wäre das, was damals nicht mehr gepasst hat, mit der Zeit wieder passend geworden.

Vielleicht waren sie ja doch gar nicht so verschieden gewesen.

Vielleicht passen sie ja doch sogar verdammt gut zusammen.

Dann ist alles still, Freude, Spannung, neben mir weint jemand. Dann geht er ans Mikro. „Hallo, Herr Müller!“

Und das Stadion tobt.

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Terminsache

Aufgrund zeitlicher Engpässe können die Shownotes zu dieser Folge derzeit nicht bereitgestellt werden. Sie werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Wir bitten um Verständnis.

Felosophie

Manches hat man verdrängt. Anderes haben sich bloß die anderen ausgedacht. Konsequenzen gibt’s gratis dazu.

Vielen Dank an Felo für die Idee zu dieser Folge und für die sehr netten Worte unten in den Kommentaren. Wir freuen uns sehr, wenn wir ein kleines bisschen Mitschuld an einer Podcast-Laufbahn tragen, die am Ende sogar in einer Nabel-Show mündete. Schaut unbedingt mal bei Felo rein: Die Nabel-Show.

Hierfür gehört uns der Intern versohlt

Hallo Leuts, ihr quakenden Frösche im Community-Teich, ihr Rülps-Orchester, ihr bekloppten Mitspieler:innen. Ihr seid so was wie die Luftpolsterfolie um unsere Hirne – man kann draufdrücken, es macht plopp, und sofort ist die Welt ein bisschen besser.

Wir mögen euch wie Toastscheiben ihren Toaster, wir brauchen euch wie Knetgummi die Hände. Ihr haltet zu uns wie Parteien zu ihren Präsidenten.

Ohne euch wären wir nur zwei Mikrofone, die ins Leere quatschen und sich selbst zuhören. Mit euch sind wir eine Signal-Symphonie, eine Art Impro-Dada-Karneval, ein Chaos mit Herz.

Rülps, Lacher, Zwischenruf.
Esel, Teddy, Publikum.
Eins, zwei, drei – Chaos!

Wir, wir zusammen sind Liebe, wir sind Lärm, wir sind Blödsinn, wir sind ihr.

Es gibt keine bessere Community.

Die Kraft der Karten

Die Nacht war neblig und kühl Ende Oktober, als Teddy und ich uns in seinem schummrigen Keller über ein Ouija-Brett beugten. Das Leuchtschild mit der Aufschrift „On Air“ hing im Hintergrund, leuchtete jedoch nicht, denn wir wollten nicht aufnehmen – wir wollten den Podcast-Gott kontaktieren, um ihn zu fragen, wie wir weitermachen sollten. Die Selbstzweifel hatten an uns zu nagen begonnen, und wir erhofften uns Hilfe, aber auch Motivation.

Kaum legten wir die Finger auf das Planchette, begann es sich zu bewegen und buchstabierte H-A-L-L-O. Ich flüsterte: „Podcast-Gott, hilf uns.“ Doch plötzlich formte sich der Satz V-E-R-D-A-M-M-T-S-C-H-W-E-R-S-C-H-L-E-C-H-T-E-R-E-Z-U-F-I-N-D-E-N.

Teddy warf mir einen misstrauischen Blick zu. „Machst du das etwa?“ – „Ich?“ entgegnete ich. „Vielleicht bist du das Problem!“ Das Planchette raste weiter und buchstabierte höhnisch: D-U-H-A-S-T-K-E-I-N-T-A-L-E-N-T. Wütend begannen wir, uns anzuschreien, wen er denn damit meinen würde.

Dann wurde es still, und das Wort P-O-D-C-A-S-T-H-O-E-L-L-E-N-F-U-E-R-S-T erschien auf dem Brett. Dummerweise hatten wir nur ein amerikanisches Brett; die Umlaute fehlten, und wir mussten mehrfach nachfragen, um das Wort zu entziffern. Aber schließlich hatten wir es verstanden und starrten wie erstarrt auf das Brett. Im gleichen Moment erlosch die Kerze, und es wurde stockdunkel. Ein leises, bedrohliches Kichern hallte durch den Raum.

Ich griff nach Teddys Hand und rief: „Wir lassen uns nicht auseinanderbringen!“ Mit einem letzten Zischen verschwand das Kichern, und der Raum lag wieder in Stille – nur Teddy und ich, wieder vereint.