Syng meinen Song – Das Textkonzert

Der Musiker steht hinter Teddy, löst den Knoten, zieht die Augenbinde langsam nach oben.
Licht. Gläser. Stimmen, die plötzlich Gesichter haben. Alle lachen, er hört den Atlantik nicht mehr.

Der Musiker grinst kurz und sagt: „So. Willkommen zurück. War gut heute, oder? Nicht perfekt, bisschen link, bisschen rechts, aber ehrlich. Und genau so soll’s sein.“

Er macht eine kleine Pause, schaut Teddy an. „Ach, und nur bevor du dir falsche Filme zusammenschneidest: Ich bin übrigens schon ewig nicht mehr mit Ina Müller zusammen.“

Dann, fast schon beiläufig: „Du musst nicht alles sofort verstehen. Manche Sachen setzen sich erst später. Und wenn du zwischendurch dachtest, du bist komplett verloren, dann warst du genau richtig.“

Aber ohne Katja Ebstein

Ich starre auf dieses Ding.
Es ist kalt.
Es hat geschneit.
Schnee bedeckt es vollständig.
Es ist groß. Riesig.

Stundenlang.

Still.
Weiß.

Langsam beginnt der Schnee zu schmelzen.

Ich glaube zu erkennen, was es ist.
Nein.
Noch nicht.
Es ist gar nicht mehr groß.

Da sind Linien.
Konturen.
Eine Ahnung.

Irgendwann ist der Schnee verschwunden.
Das Eis auch.

Und darunter liegt kein Geheimnis.

Nur eine schlechte Idee,
die man zu lange hat liegen lassen.

Schlecht ist mir halt auch so schon

Lieber Esel,

ich hoffe, diese Nachricht erreicht Dich bei bester Gesundheit und Laune – obwohl ich persönlich Dir gerade ein bisschen weniger gute Laune wünschen würde, nach dem, was Du mir in dieser Podcast-Folge angetan hast.

„Raten Sie mal, was das für ein Lebensmittel ist“ – ernsthaft? Du hast mich durch die Hölle der weltweiten Ekelküche gejagt, und das vor laufenden Mikrofonen! Während ich verzweifelt versucht habe, den Unterschied zwischen fermentierten Ekelhaftigkeiten aus Island und verwesenden Lebensmitteln aus Sardinien zu erraten, hast Du Dich köstlich amüsiert. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Du tagelang mit Deinem diabolischen Grinsen dasaßest und Dir diese Liste zusammengestellt hast.

Ich kenne Dich lange genug, um zu wissen, dass Du mir diese Tortur nur deshalb auferlegt hast, weil Du es liebst, mich leiden zu sehen. Pilze, Kadaver, Vögel? Wer kommt auf sowas? Und noch wichtiger: Wer bringt sowas in einen Podcast, der eigentlich Blödsinn und Liebe bringen sollte? So hast Du es doch selbst gesagt!

Aber eines solltest Du wissen: Rache ist ein Gericht, das kalt serviert wird. Und im Gegensatz zu Hákarl wird meine Rache appetitlich sein. Bereite Dich auf die nächste Folge vor.

Mit unverdautem Groll,
Teddy

 

The Sounds of Silence

Die Bühne ist dunkel. Man hört verschiedene alltägliche und ungewöhnliche Geräusche durcheinander. Langsam wird es hell.

Akt 1, Szene 1: Der Waldrand

Ein Wolf tritt auf, gefolgt von einer Biene

Wolf: (rezitativ)
Hört ihr das? Was mag das sein?
Ein Geräusch dringt zu uns ein!

Biene: (summend)
Summ summ summ, ich weiß Bescheid,
Das ist eine Mikrowelle, die da schreit!

[REFRAIN – gemeinsam]
Ja, wir raten so und so,
selbst künstliche Geräusche sowieso!

Wolf:
Und dort, von der alten Kirche her,
Die Glocken läuten, das mag ich sehr!

Akt 1, Szene 2: Der Dorfplatz

Der Elefant tritt auf

Elefant: (mit tiefem Bass)
Mit meinen Ohren, groß und fein,
Fang ich jedes Geräusch gleich ein!
Das Quietschentchen im Badezimmer,
Und Fußstapfen im Laub, ja immer!

[REFRAIN – alle]
Ja, wir raten so und so,
selbst künstliche Geräusche sowieso!

Akt 1, Szene 3: Die Küche

Teddybär erscheint mit einer Pfanne

Teddybär: (melodisch)
In der Küche, welch ein Klang,
Eiswürfel klirren – ting tang tang!
Speck brutzelt in der Pfanne hier,
Das sind die schönsten Töne mir!

Biene: (fliegt herbei)
Und hört nur, wie der Apfel kracht,
Wenn jemand einen Bissen macht!

[REFRAIN – alle]
Ja, wir raten so und so,
selbst künstliche Geräusche sowieso!

Akt 2, Szene 1: Die Straße

Esel trottet herein

Esel: (rhythmisch)
I-ah, i-ah, was höre ich da?
Eine Dose öffnet sich, ist doch klar!
Die Bowlingkugel rollt geschwind,
Während Motorräder laut sind!

Alle Tiere: (tanzend)
Spielkarten werden gemischt im Nu,
Reifen quietschen immerzu!
Kochendes Wasser blubbert fein,
Wir erraten groß und klein!

[GROSSES FINALE – alle Tiere gemeinsam]
Ja, wir raten so und so,
selbst künstliche Geräusche sowieso!
Jeder Ton und jeder Klang,
Begleitet unseren Gesang!

[REFRAIN – wiederholt mit steigender Intensität]

Epilog

Alle Tiere versammeln sich im Kreis

Alle: (harmonisch)
Von der Kirchenglocke bis zum Zombiestöhnen,
An alle Klänge können wir uns gewöhnen!
Kein Geräusch bleibt unerkannt,
In unserem klingenden Tierverband!

[Letzter REFRAIN – feierlich]
Ja, wir raten so und so,
selbst künstliche Geräusche sowieso!

Pretty Sly (for Two White Guys)

Diese Woche war irgendwie seltsam. Mittendrin, am Donnerstag, war der Tag der Deutschen Einheit, und am Tag davor hatte ich frei. Am Donnerstagabend war ich dann fest davon überzeugt, dass jetzt Sonntag sei. Kennt ihr das, wenn ein Feiertag das Wochengefühl komplett durcheinanderbringt? Furchtbar. Normalerweise schickt mir Teddy spätestens Sonntag immer den Link zur geschnittenen Folge, damit ich die Shownotes schreiben und die Folge für den Montag veröffentlichen kann. Diesmal kam aber nichts. Teddy ist da eigentlich immer 100%ig zuverlässig, aber er war auch krank, das wusste ich. Also dachte ich, er ist wohl spät dran, und erinnerte ihn. Es wurde später und später, ich lag schon im Bett – immer noch keine Nachricht. Ich begann, mir Sorgen zu machen. Bis mir dann endlich auffiel, dass es ja gar nicht Sonntag war. Super peinlich. Aber gut, manchmal steht man eben auf dem Schlauch.

Teddy ging es aber zum Glück gut. Es gibt sogar noch mehr gute Nachrichten: Wir haben auch in diesem Jahr wieder Udos Podcastpreis gewonnen! Gleich zweimal sogar: in der Kategorie „Zeitreisen“ und – zum allerersten Mal – einen Negativpreis in der Kategorie „Wirklich sehr doll schlimme Titelmusik“. Was für eine Ehre! Danke, lieber Udo! Wir haben uns sehr gefreut!