Die Beamten staunten nicht schlecht

POLIZEI – Zwei Podcaster mit ungewöhnlichem Pressearchiv aufgefallen

Am Mittwochabend wurden Beamte auf zwei Männer aufmerksam, die nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren Polizeimeldungen und Zeitungsberichte sammelten, in denen die Formulierung „Die Beamten staunten nicht schlecht“ vorkam. Bei der anschließenden Überprüfung stellte sich heraus, dass die beiden Podcaster über einen umfangreichen Bestand entsprechender Meldungen verfügten. Darunter befanden sich zahlreiche kuriose Berichte, in denen Einsatzkräfte mit Situationen konfrontiert wurden, mit denen sie offenbar nicht gerechnet hatten.

Die Beamten staunten nicht schlecht, als sie sahen, wie oft die Beamten in den gesammelten Meldungen nicht schlecht gestaunt hatten.

Nach einer ersten Sichtung konnte eine genaue Anzahl nicht festgestellt werden. Die Sammlung soll jedoch über mehrere Jahre hinweg systematisch erweitert worden sein. Auf die Frage nach dem Zweck des Archivs erklärten die beiden Männer, das Material für ihren Podcast auszuwerten. Die Polizei weist vorsorglich darauf hin, dass das Staunen von Beamten grundsätzlich nicht strafbar ist. Die Ermittlungen dauern nicht an.

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Schön, dich wiederzusehen

Er kommt auf mich zu und hebt die Hand. Ich sehe das erst, dann sehe ich seine Frisur, beeindruckend fluffig irgendwie, energetisch, leichter Neid steigt in mir auf.  Ich schaue wieder auf die Hand und denke sofort: Fistbump. Keine Ahnung, warum. Vielleicht weil er so aussieht, als würde er fistbumpen. Was natürlich Quatsch ist. Menschen sehen nicht aus, als würden sie fistbumpen. Höchstens wie Menschen, bei denen man hofft, dass sie einem einfach normal die Hand geben.

Ich mache jedenfalls eine Faust. Er nicht. Er greift nach meiner Faust. Für ungefähr fünf Sekunden hält er sie einfach in seiner Hand. Ich denke: Das ist also unser Anfang.

Andere Leute lernen sich kennen und wissen später noch, dass es geregnet hat oder welcher Song lief oder was der andere anhatte. Wir werden irgendwann sagen: Weißt du noch, wie du beim ersten Mal meine Faust festgehalten hast?

Falls es ein Irgendwann gibt. Vielleicht bleiben wir länger zusammen. Vielleicht sehen wir uns noch zwei- bis dreimal. Und erst dann müssen wir uns Gedanken über den Abschied machen. Was aber einfacher ist, man riskiert weniger, das ist wie beim Abspann im Kino, den schauen sich ja die wenigsten an. Außer der Film war super. Dann bleibt man vielleicht und es ist wichtig. Dann gibt es vielleicht Outtakes.

Vielleicht werde ich in sechs Monaten nachts wachliegen und denken, dass ich damals schon hätte merken müssen, dass das mit uns nichts wird, weil ich einen Fistbump wollte und er irgendeinen komplizierten Handschlag.

Jetzt öffne ich die Hand. Zu spät. Er verändert seinen Griff, zieht meine Hand leicht zu sich, unsere Finger rutschen gegeneinander und dann macht er mit dem Daumen plötzlich dieses Schnipsen.

Klack. Ich schaue ihn an. „Was war das?“

„Ghanaischer Snap-Handshake.“, sagt er.

Natürlich.

Natürlich lerne ich jemanden kennen, der einen ghanaischen Snap-Handshake macht.

„Und du?“, fragt er.

„Was ich?“

„Was wolltest du machen?“

Ich schaue auf meine Hand. Ich mag, dass er offen fragt, das nimmt die Ernsthaftigkeit raus.

„Fistbump.“

Er lacht.

Ich auch.

Und wir beide stehen so da und tun so, als wäre das jetzt einfach lustig. So wie das Leben lustig ist, nicht haha-lustig, eher merkwürdig lustig. Möglicherweise ist das eine sehr präzise Zusammenfassung von allem, was zwischen uns noch passieren wird, denke ich: Vielleicht ist das ja Beziehung.

Einer macht eine Faust. Der andere erwartet eine offene Hand.

Und dann versuchen wir irgendwie, daraus noch eine Begrüßung zu machen.

Ein Teil der Geräusche in dieser Folge stammt von Freesound.org. Alle verwendeten Sounds sind unter CC0 veröffentlicht.

Du Schuft, die Lätta!

Eine helle Büroküche. Eine Frau im Kostüm steht am Kopierer und seufzt. Zwei Männer im Hintergrund tragen Anzüge mit Schulterpolstern und bunte Krawatten, sie trinken Kaffee.

Sprecher: „Ein harter Arbeitstag. Der Chef redet wieder ohne Pause. Der Kopierer streikt. Die Männer verstehen wieder nur Bahnhof. „

Die Tür geht auf. Ein großer Mann und ein kleinerer, fast gleich aussehender Mann kommen herein. Der Große trägt ein tragbares Kofferradio, der Kleine eine Kassette.

Frau: „Was ist das denn?“

Der Kleinere: „Esel und Teddy.“

Der Größere: „Der Podcast für Frauen, die auch mal hören wollen, wie Männer wirklich denken.“

Die Frau legt die Kassette ein. Aus dem Radio hört man:

Esel: Teddy, was ist der Unterschied zwischen einer Frau und einem Mann beim Einparken?
Teddy: Herr Müller, überlegen Sie sich die Antwort jetzt sehr genau.
Esel: Die Frau braucht drei Versuche. Der Mann auch. Aber er nennt es „Rangieren“.

Die Frau lacht. Die beiden Männer im Hintergrund, die mit den hässlichen Krawatten, schauen irritiert herüber.

Sprecher: „Esel und Teddy. Zwei Männer. Keine Antworten. Aber erstaunlich viele Meinungen.“

Die Frau nimmt das Radio unter den Arm und geht.

Ein Mann im Hintergrund: „Und wer macht jetzt den Kaffee?“

Sie dreht sich um.

Frau: „Der, der ihn trinken will.“

Kurze Pause.

Sprecher: „Esel und Teddy. Jetzt auf Kassette, CD und überall dort, wo moderne Frauen das Internet bedienen dürfen.“

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Auf die Stirn geblickt

Johann Caspar Lavater glaubte im 18. Jahrhundert, auf der Stirn eines Menschen dessen Charakter lesen zu können. Wir wissen, dass das Unfug ist und versuchen es erst gar nicht. Uns reicht es, wenn Esel aus der Stirn den oder die zuständige Bundesministerin lesen kann.

Zum Mitraten: https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/bundeskabinett

(Das geht ganz einfach: Größer zoomen, so auf 200% je nach Viewport, langsam runterscrollen, dabei nur die Stirn anzeigen und die Namen oben drüber ignorieren.)

 

Internationaler Ersteindruck

Sehr geehrte Wikipedia-Redaktionen der Welt,

hiermit bewerbe ich mich auf die Position des Erstbildes.

Mir ist bewusst, dass diese Position bei Ihnen nicht ausgeschrieben wird, sondern auf einem komplexen, undokumentierten Konsensverfahren basiert, das jede Sprachversion eigenständig pflegt – manchmal über Jahre, manchmal über Nacht. Genau das macht für mich den Reiz aus.

Ich bringe alles mit, was Sie suchen. Ich bin assoziationsoffen. Ich behaupte nichts Falsches, aber auch nichts Eindeutiges. Ich biete genug visuelle Information, um die nachfolgenden Bilder nicht überflüssig zu machen, und nicht so viel, dass ein Klick auf den Artikeltext entbehrlich würde. Ich kann Begriff sein, ohne Begriff zu erklären. Ich neige nicht zur Repräsentationspflicht. Ich arbeite gerne in Umfeldern, in denen ich in einer Zehntelsekunde bewertet werde und in denen niemand erklären muss, warum ich oben stehe.

Sollte für die Hauptposition kein Bedarf bestehen, biete ich mich auch für die Position als zweites, drittes, viertes oder fünftes Bild einer Seite an. Die hinteren Plätze sind in meinen Augen unterbewertet, und ich schätze die damit verbundenen Aufstiegschancen.

Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Aufmacher

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