Es stand 2:2, die Trikots klebten, der Trainer schrie irgendwas über Räume zumachen, und alle Spieler starrten nur auf die Wasserflaschen, als hätten die irgendwelche Antworten parat. Hatten sie nicht. Wie sollten sie im letzten Viertel noch das eine erlösende Tor schießen?
Da trat plötzlich der Praktikant des Teams, Udo, nach vorne.
„Ich habe mir fürs letzte Viertel ein paar Aufgaben überlegt“, sagte er und hielt einen zerknitterten Zettel hoch. „Zur Motivation“, fügte er hinzu. Das machte es nicht besser.
Der Kapitän blinzelte. „Udo, wir spielen gerade ein WM-Vierundsechzigstelfinale.“
„Eben“, sagte Udo. „Also: Einer von euch muss dem Gegner unauffällig etwas Gebrauchtes verkaufen. Schienbeinschoner, Tape, egal. Dann muss jemand den Schiedsrichter dazu bringen, das Wort Katzenstreu zu sagen. Außerdem sollte mindestens ein Verteidiger so tun, als hätte er wahnsinnig Hunger, bis ein Mitspieler sagt: Oh, da bekomme ich jetzt aber Appetit. Und ganz wichtig: Der Torwart muss durch demonstratives Gähnen mindestens einen Stürmer anstecken.“
Der Trainer wurde still. Alle wurden still. Das ganze Stadion schwieg plötzlich.
„Bonusaufgaben gibt es auch“, sagte Udo schnell. „Jemand muss eine Vuvuzela erwähnen. Und falls wir gewinnen, sagt bitte in die Kamera: Es ging uns gar nicht um den Sieg.“
Die Mannschaft sah ihn an. Dann sah sie aufs Spielfeld. Dann nickte der Kapitän langsam.
„Gut“, sagte er. „Aber Katzenstreu machst du.“